Eilmeldung: Bert Heim ist tot

Mit großer Bestürzung haben wir erfahren, dass unser langjähriger Genosse  Bert Heim gestern Abend gestorben ist. Als bekennender Sozialist  und engagierter Kämpfer hat er sich immer für die Schwächsten in unserer Gesellschaft und für ein anderes Wirtschaftssystem eingesetzt. In Esslingen war er mit seinem Buchladen „Die Zeitgenossen“ eine Institution. Er hinterlässt eine große Lücke in unserer Partei. Eine ausführliche Würdigung seines Wirkens folgt.

Wer die Wahl hat…

Gutes Ergebnis für Martin AuerbachDass Die Linke den Einzug in den baden-württembergischen Landtag verpasst hat, erstaunt nicht nur uns selbst. Wochen schon vor der Wahl wurden uns satte 7 % an Wähler*innenstimmen prognostiziert, die sich dann allerdings am Wahlabend im Fundus der Grünen wiederfanden. Offensichtlich wollten viele Wähler*innen mit ihrem Stimmungswandel einen drohenden CDU-Ministerpräsident verhindern, was wohl auch gelang.

Die Linke hat zwar ihr Ziel landesweit nicht erreicht, doch sind wir insgesamt zufrieden. Vor allem in Esslingen konnten wir uns stärker positionieren, was einem guten Wahlkampf und unserem Kandidaten Martin Auerbach zu verdanken ist. Er konnte bei den Erststimmen 8,0 % und die Partei 6,3% mit der Zweitstimme erzielen – ein Ausdruck für den engagierten Einsatz der Ortsgruppe der Esslinger Linken und Martin Auerbachs. Wie danken allen für ihren großartigen Einsatz im Wahlkampf! Ein Dank geht auch an Sie, unsere Wähler*innen für das Vertrauen, das Sie in uns gesetzt haben. Wir werden uns auch die nächsten Jahre für Sie und Ihre Belange einsetzten.

Diesen Dank wiederholen wir für die zweite Stimmabgabe um den Standplatz der Stadtbücherei, wo sich Die Linke mit anderen Gruppierungen sehr stark engagiert hat. Dass wir alle die Stadtbücherei an ihrem derzeitigen Standort verorten können, ist ein großartiges Ergebnis und zeigt, dass die Esslinger Bewohner sehr wohl erfolgreich für ihre Sache einstehen können, obwohl ihnen jahrelang Knüppel zwischen die Beine geworfen wurden. Nun gilt es, das weitere Vorgehen der Stadt genauestens zu beobachten, ob das Ergebnis des Bürgerentscheids umgesetzt wurde. Am 27. April ist Gelegenheit dazu, da sich unser OB dann zum Thema äußern will.

Wir werden zeigen: Esslingen kann Demokratie

Danke allen Wähler:innen und den vielen Engagierten

Die Enttäuschung ist groß und wird auch nicht dadurch kleiner, dass wir zugelegt und unser bestes Ergebnis in Ba-Wü erreicht haben. Wir hatten so darauf gehofft, dass wir es schaffen und es endlich eine linke Opposition im Landtag gibt.  Die Zuspitzung auf den Zweikampf Özdemir oder Hagel hat uns sicher viele Stimmen gekostet. Wir wollen auch keinen Hagel, aber eine linke Oppostion im Landtag wäre schon wichtig gewesen.

Wir hatten einen tollen Wahlkampf – Infostände, Flyer stecken, Plakatieren, Haustürgespräche, Social Media-Auftritt – mit knapp 50 Aktiven. Und da werden wir weitermachen. Leider nicht im Parlament, aber dann eben auf der Straße. Und für die Stadt Esslingen gibt uns das Ergebnis von 6,3 % Zweitstimmen und 8,0 % für Martin Auerbach Auftrieb. Damit liegen wir noch vor der SPD.

Es lohnt sich auch weiterhin Die Linke zu stärken indem man Mitglied wird.

 

 

8. März: Gleiche Arbeit. Gleicher Lohn. Jetzt.

Frauen bekommen immer noch weniger. Foto: nano banana

Der Equal Pay Day 2026 fiel in Deutschland auf den 27. Februar. Das heißt: Frauen arbeiten rechnerisch fast zwei Monate im Jahr unbezahlt. Die geschlechtsspezifische Lohnlücke liegt weiterhin bei 16 Prozent. Seit der Einführung des Equal Pay Day vor fast zwanzig Jahren hat sich daran erschreckend wenig geändert. Das ist kein Fortschritt – das ist Stillstand mit Ansage.

Diese Lohnlücke ist kein individuelles Problem und kein statistischer Ausreißer. Sie ist politisch gewollt und ökonomisch nützlich. Frauenarbeit wird systematisch geringer bewertet, weil sie billig sein soll. Pflege, Erziehung, soziale Dienstleistungen, Dienstleistung insgesamt: Diese Arbeit hält unsere Gesellschaft zusammen. Und trotzdem wird sie schlecht bezahlt, überlastet und unsichtbar gemacht. Das ist keine Ungerechtigkeit – das ist Ausbeutung.

Die Partei Die Linke zieht daraus eine klare Konsequenz: Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit – ohne Ausnahmen. Solange Arbeit mit Menschen schlechter bezahlt wird als Arbeit mit Maschinen oder Profiten, gibt es keine Gleichstellung, sondern Klassenpolitik auf dem Rücken von Frauen.

Das Entgelttransparenzgesetz ist dabei nichts als ein Feigenblatt. Freiwilligkeit schützt nicht vor Diskriminierung, sie schützt die Profiteure. Wer Lohngerechtigkeit wirklich will, braucht ein verbindliches Entgeltgleichheitsgesetz mit klaren Pflichten für Unternehmen, mit Kontrollen, mit Sanktionen. Alles andere ist Beruhigungspolitik.

Die Lohnlücke beginnt außerdem dort, wo Frauen den Großteil der Sorge‑ und Pflegearbeit tragen. Teilzeit ist kein „Lifestyle“, sondern Zwang. Doppelbelastung kein Schicksal, sondern politische Realität. Care‑Arbeit muss aufgewertet, soziale Infrastruktur massiv ausgebaut werden.

Tarifbindung, armutsfester Mindestlohn, starke Gewerkschaften: Wo Beschäftigte organisiert sind, ist die Lohnlücke kleiner. Wo sie es nicht sind, wächst die Ungleichheit.

Der Equal Pay Day und der 8. März sind keine Symboltage. Sie sind Kampftage. Wer Veränderung will, muss Druck machen. Organisieren wir uns, verweigern wir den Normalzustand, werden wir laut und unbequem. Beteiligen wir uns am Frauenstreiktag am Montag, 9. März um 16 Uhr, Rathausplatz.

Und machen Sie am Sonntag von Ihrem Wahlrecht Gebrauch. Tragen Sie dazu bei, dass es mit der Linken eine starke Stimme für Gleichberechtigung im neuen Landtag gibt. Und wer es mit der Linken hält, ist am Sonntag herzlich zu unserer Wahlparty ab 17 Uhr im KOMMA eingeladen.

Wir fordern: Gleiche Arbeit. Gleicher Lohn. Jetzt.

Defizit im „Grenzzustand der Tragfähigkeit“

Die sanierungsbedürftige Adenauerbrücke steht sinnbildlich für den Zustand des Esslinger Haushalts: tragfähig – aber nur noch im Grenzbereich. Was lange wie eine stabile Konstruktion wirkte, gerät ins Wanken. Am 20.02.2026 erreichte die Stadt eine weitere Mitteilung des Finanzamts: Die Gewerbesteuer für 2025 sinkt erneut – um weitere 24,4 Mio. Euro. Ursprünglich waren 94,7 Mio. Euro eingeplant, Ende Januar sprach man noch von 68,9 Mio. Euro. Nun liegen die tatsächlichen Erträge bei rund 44 Mio. Euro. Das ist kein Schönheitsfehler, das ist ein Einbruch. „Defizit im „Grenzzustand der Tragfähigkeit““ weiterlesen

Was ist der Preis der Wehrpflicht und wer zahlt ihn?

Nein zur Wehrpflicht! Foto: Die Linke, Lissi

Parteiübergreifend reden viele Politiker dieser Tage so, als stünde der Krieg schon vor der Tür. „Wir müssen wieder kriegstüchtig werden“, forderte der Verteidigungsminister schon im Oktober 2023. Und plötzlich ist sie wieder da – die alte Sehnsucht nach der Wehrpflicht. „Was ist der Preis der Wehrpflicht und wer zahlt ihn?“ weiterlesen