Braucht es heute noch Gewerkschaften?

Und wie sollten sie handeln?

am Donnerstag, 3. Dezember 2026

um 18:30 Uhr

im KOMMA, Maille 5–9, Esslingen

 Für viele sind Gewerkschaften nur eine Erinnerung aus einer besseren Zeit. Viele handeln ihre Arbeitsbedingungen selbst aus, andere müssen akzeptieren, was ihnen der Arbeitgeber vorlegt.

Viele werfen den Gewerkschaften vor: Zu viel Sozialpartnerschaft, zu geringe Tarifforderungen, zu wenig Widerstand. Als Erinnerung: Der letzte große Streik war 1984 um die 35-Stunden-Woche.

Auch politisch gelten Gewerkschaften vielen als zu zahm, weil sie zu wenig Druck auf Landes- und Bundesregierung machen. Manche empfinden sie schlicht als Bremser.

Die Frage: Wie können Gewerkschaften wieder attraktiver werden? Dies wollen wir gemeinsam diskutieren:

Mit Bernd Riexinger, Vorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung und ehemaliger Geschäftsführer des ver.di-Bezirks Stuttgart.

Eine Veranstaltung der AG Außerbetriebliche Gewerkschaftsarbeit in der IG Metall Esslingen

Aus der Geschichte lernen – nicht wegsehen

Es war ein Freitagabend im Spätherbst 1941, als in Esslingen Menschen ihre Häuser verlassen mussten. Familien, die hier gearbeitet, gefeiert und ihre Kinder großgezogen hatten, wurden mitten in der Stadt, vor den Augen der Nachbarschaft, abtransportiert. Für die meisten von ihnen endete der Weg im Tod. Sammelpunkt für die Juden in Esslingen war der „Platz der SA“, der heutige Hafenmarkt.

Solche Geschichten sind keine fernen Kapitel. Sie spielten sich dort ab, wo wir heute einkaufen, uns treffen und über die Straße gehen. Das macht sie schwer auszuhalten, und genau deshalb sind sie wichtig. Sie zeigen, dass Ausgrenzung selten mit einem großen Knall beginnt, sondern mit Worten, mit Wegsehen, mit dem Gefühl, es gehe einen nichts an.

Erinnern bedeutet deshalb zweierlei: den Opfern ihre Namen und Gesichter zurückzugeben und zu fragen, was wir daraus für heute lernen. Wo beginnt Respekt, wo endet Gleichgültigkeit? Wie sprechen wir übereinander, wenn die Zeiten unruhig sind?

Dass uns solche Fragen auch beim Blick auf aktuelle Konflikte begleiten, etwa im Nahen Osten, ist nicht verwunderlich. Dort haben Menschen auf beiden Seiten tiefe Verletzungen erlebt: Verfolgung und Vernichtung auf der einen, Flucht und Verlust der Heimat auf der anderen Seite. Wer beides ernst nimmt, muss das Leid des einen nicht gegen das des anderen aufrechnen. Mitgefühl ist keine begrenzte Ressource.

Esslingen erinnert sich an die deportierten jüdischen Mitbürger*innen in diesem Jahr am Mittwoch, 11. November, um 18:00 Uhr auf dem Hafenmarkt. Der Abend ist offen für alle, die dort gemeinsam innehalten möchten.

Aus der Geschichte lernen-nicht wegsehen!

 

Es war ein Freitagabend im Spätherbst 1941, als in Esslingen Menschen ihre Häuser verlassen mussten. Familien, die hier gearbeitet, gefeiert und ihre Kinder großgezogen hatten, wurden mitten in der Stadt, vor den Augen der Nachbarschaft, abtransportiert. Für die meisten von ihnen endete der Weg im Tod. Sammelpunkt für die Juden in Esslingen war der „Platz der SA“, der heutige Hafenmarkt.

Solche Geschichten sind keine fernen Kapitel. Sie spielten sich dort ab, wo wir heute einkaufen, uns treffen und über die Straße gehen. Das macht sie schwer auszuhalten, und genau deshalb sind sie wichtig. Sie zeigen, dass Ausgrenzung selten mit einem großen Knall beginnt, sondern mit Worten, mit Wegsehen, mit dem Gefühl, es gehe einen nichts an.

Erinnern bedeutet deshalb zweierlei: den Opfern ihre Namen und Gesichter zurückzugeben und zu fragen, was wir daraus für heute lernen. Wo beginnt Respekt, wo endet Gleichgültigkeit? Wie sprechen wir übereinander, wenn die Zeiten unruhig sind?

Dass uns solche Fragen auch beim Blick auf aktuelle Konflikte begleiten, etwa im Nahen Osten, ist nicht verwunderlich. Dort haben Menschen auf beiden Seiten tiefe Verletzungen erlebt: Verfolgung und Vernichtung auf der einen, Flucht und Verlust der Heimat auf der anderen Seite. Wer beides ernst nimmt, muss das Leid des einen nicht gegen das des anderen aufrechnen. Mitgefühl ist keine begrenzte Ressource.

Esslingen erinnert sich an die deportierten jüdischen Mitbürger*innen in diesem Jahr am Mittwoch, 11. November, um 18:00 Uhr auf dem Hafenmarkt. Der Abend ist offen für alle, die dort gemeinsam innehalten möchten.

Arbeitslosigkeit im Kreis: Die Zahl täuscht

Im Oktober waren im Kreis Esslingen 14.763 Menschen arbeitslos, 2,7 % mehr als vor einem Jahr. Die Quote liegt bei 4,7 %. Unter dieser Zahl laufen aber zwei gegenläufige Entwicklungen.
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) stieg die Zahl der Arbeitslosen um 12,4 % auf 7.414. Bei den Älteren ab 55 sind es sogar 23,6 % mehr, bei den Langzeitarbeitslosen 37,7 %. Passend dazu sank die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Kreis bis März um 0,8 %. Bei den Vollzeitstellen waren es 1,8 %, die Teilzeit wuchs dagegen um 2 %. Das Verarbeitende Gewerbe verlor allein 3.096 Stellen.

In der Grundsicherung (SGB II), Menschen, die beim Jobcenter sind, sank die Zahl der Arbeitslosen um 5,6 % auf 7.349. Das klingt nach einem Erfolg, ist es aber nur bedingt. Im selben Zeitraum stieg nämlich die Zahl der Menschen in „Aktivierung und beruflicher Eingliederung“ um 534. Zählt man diese mit, sinkt die Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne nur um 0,4 %. Die Übergänge in Erwerbstätigkeit gingen im SGB II um 22,4 % zurück. Weniger Arbeitslose heißt hier also nicht mehr Menschen in Arbeit.

Für den Kreis ist das eine Warnung. Wer heute noch Arbeitslosengeld I bekommt, kann nach Ablauf des Anspruchs im Jobcenter landen. Das würde Jobcenter und Unterkunftskosten des Kreises belasten, und das in einer Zeit, in der die Sozialausgaben ohnehin steigen.
Zu Recht weisen andere darauf hin, dass der Arbeitsmarkt (noch) nicht kippt. Die Quote entspricht dem Landesschnitt, der Stellenbestand ist fast stabil, und Gesundheit und Sozialwesen wachsen. Arbeitsmarktpolitik machen zudem vor allem Bund und Bundesagentur. Der Kreis hat jedoch Einfluss auf das Jobcenter und die Eingliederungsleistungen.

Wir fordern deshalb Transparenz darüber, was aus den Menschen nach den Maßnahmen wird, eine Prognose der Zugänge aus dem Auslauf des Arbeitslosengeldes sowie mehr Unterstützung für Jugendliche und Ältere. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt im Kreis 11,6 % über dem Vorjahr. Und das Land muss die Kommunen bei den Sozialkosten endlich entlasten.

Landkreis bestätigt: Es gibt ihn wirklich

Die nächste Kreistagssitzung ist am 05.11.2026; Bild mit KI erstellt

Esslingen. Einwohner des Landkreises haben gestern überrascht festgestellt, dass der Bus fährt, der Müll abgeholt wird und der Führerschein-Termin stattfindet. Verantwortlich ist eine Institution, die viele bisher für ein Gerücht hielten: der Landkreis. „Ich dachte, das macht alles die Stadt. Oder Gott“, sagt Heinz-Dieter K. (58) aus Esslingen im Kreiskrankenhaus. „Landkreis bestätigt: Es gibt ihn wirklich“ weiterlesen

Sie sind verdächtig!

Monika Heim: Unter Videobeobachtung; Foto: privat

CDU, Grüne und Stadtverwaltung wollen eine dauerhafte Videoüberwachung, u.a. auf dem Bahnhofsplatz. Als Begründung werden Straftaten und Ordnungswidrigkeiten und der Wunsch nach mehr Sicherheit genannt. Art, Tatort, Zeitraum und räumliche Zuordnung sind nicht geklärt. Gleichzeitig fehlen belastbare Zahlen darüber, wie viele unbeteiligte Menschen täglich und wiederholt von den Kameras erfasst würden. Ohne diese Bezugsgröße bleibt die Abwägung des Eingriffs in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung unvollständig. „Sie sind verdächtig!“ weiterlesen

KJR-Zukunftsfestival: Jugend will Antworten

Unbubble – Gesprächsrunde des KJR im Lux; Foto: KJR

Im Rahmen seines Zukunftsfestivals Future Wave hatte der Kreisjugendring letzten Samstag junge, politisch engagierte Menschen zu einer Diskussion eingeladen. Mit dabei waren Vertreter der JEF, der Jugendorganisationen der SPD, Grünen, CDU und der Linken. Deutlich wurde dabei, dass die jungen Menschen trotz ihrer unterschiedlichen Überzeugungen sich zumindest einig sind, dass die gestellten Fragen einer Antwort bedürfen. „KJR-Zukunftsfestival: Jugend will Antworten“ weiterlesen

Ein Plan für die Schublade oder für die Zukunft?

Noch viel zu tun beim Radwegenetz. Z.B. in der Mettinger Straße; Foto:privat

Mit dem Klimamobilitätsplan fördert das Land Maßnahmen der Stadt mit 75 Prozent. Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den motorisierten Individualverkehr bis 2030 auf 60 Prozent des jetzigen Stands zu reduzieren. Die Verwaltung hatte im Februar dieses Jahres ein Forum Klimamobilitätsplan mit verschiedenen Akteuren in der Stadt eingeladen. Im Vorfeld fand eine Bürgerbeteiligung online mit 1.000 Teilnehmer*innen dazu statt. Das macht Mut. Nur ist seitdem nichts mehr passiert, weder im Gemeinderat noch in der Öffentlichkeit. „Ein Plan für die Schublade oder für die Zukunft?“ weiterlesen

Wenn Wahlergebnisse nicht ins Bild passen

Sechs Wahlen hat Die Linke in diesem Jahr erlebt. Und die Ergebnisse erzählen eine andere Geschichte als manche Schlagzeile.

Baden-Württemberg: 4,4 Prozent – kein Einzug in den Landtag. Rheinland-Pfalz: 4,4 Prozent – kein Einzug in den Landtag. Sachsen-Anhalt: 8,6 Prozent und acht Mandate. Niedersachsen: 6,0 Prozent bei den Kreiswahlen – mehr als doppelt so viel wie 2021. Mecklenburg-Vorpommern: 6,5 Prozent. Und Berlin: 25,7 Prozent, stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus.

Man muss diese Ergebnisse nicht gut finden. Aber man sollte sie ernst nehmen. Statt über steigende Mieten, soziale Unsicherheit oder die Ursachen des Berliner Wahlergebnisses zu sprechen, dominieren plötzlich andere Schlagzeilen: Remmo. Antisemitismus. Extremismus. „Wenn Wahlergebnisse nicht ins Bild passen“ weiterlesen